Pfizer meldete für das dritte Quartal 2026 einen bereinigten Gewinn je Aktie von 0,87 US-Dollar und übertraf damit die Konsensschätzung von 0,73 US-Dollar. Der Umsatz belief sich auf 16,60 Milliarden US-Dollar und lag damit über den erwarteten 15,91 Milliarden US-Dollar. Das Management erhöhte zudem seine Prognose für das Gesamtjahr. Trotz der Ergebnisse gab die Aktie um 0,8 % auf 30,43 US-Dollar nach (Stand: 12:51 Uhr EST am 3. November). In den vorangegangenen drei Monaten hatte sie 21,55 % zugelegt und wurde nahe ihrem 52-Wochen-Hoch von 31,05 US-Dollar gehandelt.

Das Unternehmen erklärte, dass die Umsätze mit Produkten außerhalb des COVID-Bereichs operativ um 7 % gewachsen seien, während neu eingeführte und erworbene Produkte einen Umsatz von 3,8 Milliarden US-Dollar erzielt hätten, ein Plus von 32 %. Pfizer hob die Umsatzprognose für das Gesamtjahr auf 62 bis 64 Milliarden US-Dollar an; am Mittelpunkt der Spanne entspricht dies einer Erhöhung um 1,5 Milliarden US-Dollar. Die Spanne für den bereinigten Gewinn je Aktie stieg von 2,80–3,00 US-Dollar auf 2,95–3,05 US-Dollar. In der aktualisierten Gewinnprognose ist eine erwartete Belastung von 0,10 US-Dollar je Aktie durch die Vereinbarung mit Innovent berücksichtigt. Pfizer rechnet weiterhin mit rund 4 Milliarden US-Dollar Umsatz mit COVID-Produkten.

Auch Kosteneinsparungen und Fortschritte in der Entwicklungspipeline wurden hervorgehoben. Pfizer ist auf Kurs, bis Ende 2026 Nettoeinsparungen von 7,2 Milliarden US-Dollar zu erzielen; die bereinigte operative Marge lag im dritten Quartal bei 36 %. Eine zweite Phase der Kosteneinsparungen soll von 2027 bis 2029 weitere 2,5 Milliarden US-Dollar erbringen. Seit dem 4. August hat das Unternehmen acht Phase-3-Studien begonnen, FDA-Zulassungen für die Kombination mit TUKYSA sowie für TALZENNA mit XTANDI erhalten und seinen Lyme-Impfstoffkandidaten in die Zulassungsphase gebracht.

Die Ergebnisse bedeuten für Pfizer den vierten Quartalsgewinn in Folge, der die Erwartungen übertrifft, auch wenn die Reaktionen des Aktienkurses begrenzt waren. Gleichzeitig deuten Konsensprognosen auf niedrigere Gewinne in den kommenden Jahren hin: Die Gewinnschätzungen je Aktie liegen bei 2,96 US-Dollar für 2026, 2,90 US-Dollar für 2027 und 2,48 US-Dollar für 2028. Für denselben Zeitraum wird ein Umsatzrückgang von 62,23 Milliarden auf 54,74 Milliarden US-Dollar prognostiziert; als ein Faktor wird der Verlust der Exklusivität wichtiger Produkte genannt. Die Gewinnschätzungen je Aktie sind zudem in den vergangenen 90 Tagen um 7,61 % und im vergangenen Jahr um 20,55 % gesunken.

Analysten fragten unter anderem, ob eine weitere große Übernahme zu einer zentralen Priorität für Pfizer werden solle. Der Finanzchef verwies auf bestehende Übernahmen und Beteiligungen, darunter PADCEV, NURTEC, Seagen und Metsera, ohne sich auf eine größere Transaktion festzulegen. Aus dem vorliegenden Bericht zum Ergebnisgespräch geht außerdem eine Frage zu einer Verzögerung bei MEVPRO-1 und möglichen Änderungen der Zeitpläne für MEVPRO-2 und MEVPRO-3 hervor; eine Antwort darauf enthält der Bericht jedoch nicht. Die Pfizer-Prognose für 2026 geht von keinen Aktienrückkäufen aus und sieht vor, Barmittel für die Dividende sowie Forschung und Entwicklung zu verwenden.

Die nächste wichtige Bewährungsprobe dürfte Pfizers Prognose für 2027 sein, die Mitte Dezember 2026 erwartet wird. Die derzeitigen Konsensschätzungen für dieses Jahr liegen bei einem Umsatz von 59,84 Milliarden US-Dollar und einem Gewinn je Aktie von 2,90 US-Dollar. Auch Pfizers Ergebnisse für das vierte Quartal stehen noch aus; der Konsens liegt bei 0,71 US-Dollar je Aktie und einem Umsatz von 16,89 Milliarden US-Dollar. Der Großteil der COMIRNATY-Umsätze wird in diesem Quartal erwartet. Weitere Entwicklungen, die es zu beobachten gilt, sind die Zulassung des Lyme-Impfstoffs, neue Phase-3-Programme und Erweiterungen bei tilrekimig, berobenatide, NURTEC und Litfulo. Anleger werden außerdem auf Geschäftsentwicklungen und darauf achten, ob die nächste Einsparungsphase dazu beitragen kann, den Margendruck von 2027 bis 2029 auszugleichen.

Quellen: Investing.com News.